Wie kann Y-Warm trotz seiner geschlossenzelligen Struktur wasserdampfdurchlässig und schnelltrocknend sein?


 

Y-Warm vereint zwei Eigenschaften, die auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinen: eine gezielt entwickelte geschlossenzellige Struktur zur Wärmedämmung und die Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen, weiterzuleiten und rasch wieder abzugeben.

Der Schlüssel liegt darin, dass Wärmedämmung und Feuchtigkeitsmanagement auf unterschiedlichen Materialeigenschaften beruhen.

Die geschlossenen Zellen begrenzen die Gasbewegung im Material und tragen dazu bei, die Wärmeübertragung zu reduzieren. Die hydrophilen Eigenschaften des Polymers ermöglichen dagegen die Wechselwirkung mit Wasser und Wasserdampf und unterstützen so das Feuchtigkeitsmanagement.

Ein durchgehend verbundenes, offenes Porennetzwerk ist dafür nicht grundsätzlich erforderlich.

Geschlossenzelligkeit und Wasserdampfdurchlässigkeit beschreiben unterschiedliche Eigenschaften

Eine geschlossenzellige Struktur bedeutet, dass die einzelnen Zellen voneinander getrennt sind und kein durchgehend verbundenes Porennetzwerk bilden. Diese Struktur begrenzt die Gasbewegung im Inneren und trägt zur niedrigen Wärmeleitfähigkeit von Y-Warm bei.

Die geschlossenzellige Struktur allein bestimmt jedoch nicht, wie das Polymer mit Wasser oder Wasserdampf interagiert.

Das Polymersystem von Y-Warm enthält hydrophile funktionelle Gruppen, die die Aufnahme von Feuchtigkeit ermöglichen. Für deren weiteren Transport und die anschließende Abgabe sind neben der Polymerchemie auch die Materialstruktur und die Umgebungsbedingungen relevant.

Die grundlegende Unterscheidung lautet:

  • Die geschlossenzellige Struktur      unterstützt vor allem die Wärmedämmung.

  • Die hydrophile Polymerchemie unterstützt      vor allem das Feuchtigkeitsmanagement.

Wie wird Feuchtigkeit durch Y-Warm transportiert?

Der Feuchtigkeitstransport in Y-Warm setzt keinen Luftstrom durch die geschlossenen Zellen voraus. Entscheidend ist vielmehr die Wechselwirkung zwischen Wassermolekülen und der hydrophilen Polymerstruktur.

Auf der körperzugewandten Seite kann das Material Feuchtigkeit aufnehmen. Unter geeigneten Bedingungen kann diese durch die Polymerstruktur transportiert und auf der anderen Seite wieder an die Umgebung abgegeben werden. Dabei sind insbesondere die Temperatur- und Wasserdampfdruckverhältnisse auf beiden Seiten relevant.

Vereinfacht lässt sich der Vorgang so darstellen:

Feuchtigkeitsaufnahme → Feuchtigkeitstransport → Feuchtigkeitsabgabe und Verdunstung

Auf dieser Grundlage kann Y-Warm Wärmedämmung, Wasserdampfdurchlässigkeit und schnelle Trocknung in einem ultradünnen Material vereinen.

Feuchtigkeitsaufnahme und Trocknungsverhalten

Prüfergebnisse zeigen, dass Y-Warm Feuchtigkeit aufnehmen und vergleichsweise schnell wieder abgeben kann.

Unter den jeweiligen Prüfbedingungen wurden folgende Werte ermittelt:

  • Die Wasseraufnahme betrug etwa 280 % des      Werts der Referenzprobe.

  • Die Trocknungsrate lag bei etwa dem      2,5-Fachen des Werts der Referenzprobe.

Diese Ergebnisse beschreiben das Verhalten unter den festgelegten Prüfbedingungen. Sie sind im Zusammenhang mit dem jeweiligen Prüfverfahren und der verwendeten Referenzprobe zu beurteilen.

Was misst eine Prüfung der Wasserdampfdurchlässigkeit?

Bei einer unabhängigen Prüfung wurde für Y-Warm unter den festgelegten Bedingungen eine Wasserdampfdurchlässigkeit von etwa 3.800 g/(m²·24 h) ermittelt.

Dieser Wert beschreibt die unter einem bestimmten Laborprüfverfahren gemessene Wasserdampfübertragung. Er ist kein umfassender Maßstab für Tragekomfort, Feuchtigkeitsmanagement oder Trocknungsverhalten.

Das Messergebnis wird unter anderem durch folgende Faktoren beeinflusst:

  • Prüfverfahren

  • Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit

  • Wasserdampfdruckgefälle

  • Materialdicke

  • Feuchtigkeitsaufnahme des Materials

  • Prüfdauer

  • Materialstruktur

Bei einem hydrophilen Material wie Y-Warm kann ein Teil der Feuchtigkeit während der Prüfung zunächst aufgenommen und erst anschließend weitertransportiert und abgegeben werden.

Wasserdampfdurchlässigkeit, Feuchtigkeitsaufnahme, Trocknungsgeschwindigkeit und subjektiver Tragekomfort beschreiben daher miteinander verbundene, aber unterschiedliche Aspekte des Feuchtigkeitsmanagements.

Warum lassen sich 3.800 und 20.000 g/(m²·24 h) nicht ohne Weiteres vergleichen?

Werte zur Wasserdampfdurchlässigkeit lassen sich nur dann sinnvoll direkt vergleichen, wenn sie mit vergleichbaren Prüfverfahren unter vergleichbaren Bedingungen ermittelt wurden.

Ein Textil mit einem angegebenen Wert von 20.000 g/(m²·24 h) bietet deshalb nicht automatisch einen höheren Tragekomfort als ein Material mit 3.800 g/(m²·24 h). Umgekehrt belegt der niedrigere Wert auch keine bessere Feuchtigkeitsregulierung.

Der Zahlenwert allein gibt keine ausreichende Auskunft darüber,

  • wie viel Feuchtigkeit das Material aufnehmen      kann,

  • wie schnell sich aufgenommene Feuchtigkeit      verteilt,

  • wie schnell das Material trocknet,

  • wie es auf wechselnde Aktivitätsniveaus und      Feuchtigkeitsbelastungen reagiert oder

  • wie das gesamte Kleidungsstück Wärme und      Feuchtigkeit reguliert.

Dies ist besonders beim Vergleich von Materialien mit unterschiedlichen Feuchtigkeitstransportmechanismen zu berücksichtigen.

Der für Y-Warm ermittelte Wert von 3.800 g/(m²·24 h) ist somit ein einzelner Prüfparameter und keine vollständige Beschreibung seines Feuchtigkeitsmanagements.

Wie kann die Feuchtigkeitsaufnahme einen Kurzzeittest beeinflussen?

Aufgrund seiner hydrophilen Eigenschaften kann Y-Warm zu Beginn einer Feuchtigkeitsbelastung Wasser aufnehmen.

Bei einer kurzen Prüfdauer kann daher ein Teil der aufgenommenen Feuchtigkeit vorübergehend im Material verbleiben, bevor er weitertransportiert und wieder abgegeben wird.

Feuchtigkeitsspeicherung und Feuchtigkeitstransport können somit gleichzeitig stattfinden.

Ob und in welchem Umfang dies den gemessenen Wert beeinflusst, hängt vom Prüfverfahren, der Prüfdauer und dem zeitlichen Verlauf der Aufnahme- und Transportprozesse ab.

Ohne zeitaufgelöste Messungen lässt sich daraus weder eine bestimmte Veränderung des Prüfwerts noch das langfristige Feuchtigkeitsverhalten zuverlässig ableiten. Ein Kurzzeittest allein bildet daher nicht zwangsläufig das gesamte Feuchtigkeitsmanagement des Materials ab.

Welche Eigenschaften sollten gemeinsam bewertet werden?

Das Feuchtigkeitsmanagement von Y-Warm lässt sich umfassender beurteilen, wenn mehrere Eigenschaften gemeinsam betrachtet werden.

Eigenschaft

Was   sie beschreibt

Wasserdampfdurchlässigkeit

Transport   von Wasserdampf durch das Material unter festgelegten Prüfbedingungen

Feuchtigkeitsaufnahme

Fähigkeit   des Materials, Feuchtigkeit aufzunehmen

Feuchtigkeitstransport

Weiterleitung   und Verteilung aufgenommener Feuchtigkeit

Trocknungsgeschwindigkeit

Geschwindigkeit,   mit der das Material Feuchtigkeit an die Umgebung abgibt

Wärmedämmung   im feuchten Zustand

Einfluss   von Feuchtigkeit auf die Dämmleistung

Trageversuche

Zusammenspiel   von Wärme- und Feuchtigkeitsregulierung sowie Tragekomfort im gesamten   Bekleidungssystem

Ein einzelner Wert zur Wasserdampfdurchlässigkeit reicht nicht aus, um das Feuchtigkeitsmanagement eines hydrophilen Wärmedämmmaterials vollständig zu beschreiben.

 






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